Wie wird die Magenfaltung durchgeführt?
Die Magenfaltungschirurgie wird überwiegend laparoskopisch durchgeführt, das heißt durch mehrere kleine Einschnitte im Bauch. Dies ermöglicht es dem Patienten, in der postoperativen Phase weniger Schmerzen zu empfinden, kleinere Narben zu haben und schneller in den Alltag zurückzukehren.
Vorbereitungsprozess: Vor der Operation muss der Patient eine ausführliche Untersuchung durchlaufen. Dabei werden das Gewicht, die Körpergröße, der Body-Mass-Index (BMI), zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und der allgemeine Gesundheitszustand überprüft. Gleichzeitig werden auch die Essgewohnheiten, der psychologische Zustand und die Frage, ob der Patient sich an die postoperative Phase anpassen kann, berücksichtigt.
Anästhesie und Portplatzierung: Bei der Operation wird eine Vollnarkose eingesetzt, das heißt, der Patient schläft vollständig. In die Bauchdecke werden kleine Einschnitte gemacht und lange, dünne Ports, sogenannte „Trocardan“, eingeführt. Durch diese Öffnungen werden chirurgische Instrumente und eine Kamera (Laparoskop) eingeführt.
Vorbereitung des Magens (Mobilisation): Der Chirurg arbeitet zunächst entlang der „großen Krümmung“, also der großen Seite des Magens. Durch das Durchtrennen von Verwachsungen in diesem Bereich und, falls notwendig, der kurzen Magenarterien wird der äußere Bereich des Magens freigelegt. Dieser Schritt schafft den nötigen Raum, damit der Magen gefaltet und vernäht werden kann.
Falt- und Nahtphase: Es wird der Bereich bestimmt, in dem der Magen von außen nach innen gefaltet werden soll. Anschließend werden die gefalteten Teile des Magens nach innen gefaltet und fixiert, üblicherweise mit ein oder zwei Nahtlagen. Der Grad der Faltung kann je nach Vorliebe des Chirurgen, der Größe des Magens des Patienten und dem angestrebten Verengungsgrad variieren. Wichtig ist, den gefalteten Magen so zu vernähen, dass ein ausreichender Nahrungsdurchgang möglich ist und der Patient dennoch schnell ein Sättigungsgefühl verspürt.
Kontrolle (Lecktest) und Abschluss: Nachdem die Faltung abgeschlossen ist, wird üblicherweise ein Lecktest durchgeführt. Dabei wird Luft oder Farbstoff in den Magen eingebracht und die Nähte werden auf Undichtigkeiten überprüft. Wenn alles in Ordnung ist, werden die chirurgischen Instrumente entfernt, die durch die Trokare gemachten kleinen Einschnitte geschlossen und der Eingriff beendet.
Wer ist ein geeigneter Kandidat für eine Magenfaltung?
Obwohl die Magenfaltung als ein „weniger invasiver“ Eingriff gilt, ist sie nicht für jeden geeignet. Die folgenden Kriterien helfen in der Regel, einen geeigneten Kandidaten zu identifizieren:
BMI (Body-Mass-Index) über 30: Eines der Hauptkriterien für bariatrische Chirurgie ist ein BMI über 30 beziehungsweise 35. Allerdings können auch Personen im Bereich von 30 bis 35, die schwerwiegende fettleibigkeitsbedingte Begleiterkrankungen (wie Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe etc.) aufweisen, in diese Kategorie fallen.
Personen mit fettleibigkeitsbedingten Begleiterkrankungen: Für Patienten, die unter Beschwerden wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel, Gelenkproblemen oder schwerer Schlafapnoe leiden, ist die Gewichtsreduktion von großer Bedeutung.
Patienten, die mit herkömmlichen Gewichtsverlustversuchen keinen Erfolg haben: Wenn Diät, Bewegung, medikamentöse Behandlung oder Lebensstiländerungen über Jahre hinweg erfolglos waren, kann eine Operation eine passendere Option darstellen.
Allgemeiner Gesundheitszustand und psychologische Eignung: Neben körperlicher Untersuchung und Laboruntersuchungen wird vor jeder bariatrischen Operation auch eine psychologische Evaluation durchgeführt. Es ist sehr wichtig, dass der Patient sich an die postoperative Phase anpassen kann und offen für Ernährungs- und Lebensstiländerungen ist.
Obwohl diese Operation in geeigneten Fällen unabhängig vom Alter durchgeführt werden kann, sind die Risiken in älteren Patienten und bei Personen mit mehr Begleiterkrankungen stets höher. Aus diesem Grund ist die Konsultation eines Facharztes sowie eine interdisziplinäre Evaluation vor der Entscheidungsfindung wichtig.
Welche Vorteile bietet die Magenfaltung?
Der Hauptvorteil der Magenfaltung besteht darin, dass der Magen nicht herausgeschnitten wird. Man kann sich das so vorstellen: Man möchte ein Hemd enger machen, schneidet aber den Stoff nicht ab, sondern näht lediglich den Saum. So hat man im Bedarfsfall die Möglichkeit, diese Nähte wieder zu öffnen und das Hemd nahezu in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.
Erhalt der Magenanatomie: Kein Teil des Magens wird durchtrennt, entfernt oder anders mit dem Dünndarm verbunden. Das bedeutet, dass die Anatomie des Verdauungstrakts weitgehend intakt bleibt und die Ausschüttung von Enzymen und Hormonen näher an ihrem natürlichen Zyklus fortgeführt wird.
Potenzielle Reversibilität: Der Eingriff gilt als teilweise reversibel, da ein Teil des Magens nicht chirurgisch entfernt wird. Allerdings ist eine vollständige Umkehrung nicht immer zu 100 % möglich; die Gewebeheilung nach der Operation, Verwachsungen und die gefaltete Form des Magens können eine Umkehrung erschweren. Dennoch bietet er theoretisch mehr Flexibilität als „Herausschneiden“-Verfahren wie die Sleeve-Gastrektomie oder der Magenbypass.
Weniger malabsorptive Wirkung: Da es sich nicht um ein Verfahren handelt, bei dem der Magen umgangen oder ein langer Teil des Darms deaktiviert wird, treten Zustände wie Vitamin- und Mineralstoffmangel oder Eisenmangelanämie seltener auf als bei anderen bariatrischen Operationen.
Niedrigere Kosten im Vergleich: In einigen Fällen, insbesondere in unserem Land, können die Kosten für Klammergeräte oder ähnliche Materialien, die bei Verfahren wie der Sleeve-Gastrektomie oder dem Bypass verwendet werden, höher sein. Bei der Magenfaltung werden diese Verbrauchsmaterialien in geringerem Umfang eingesetzt, sodass sie zu einer relativ kostengünstigen Option werden kann.
Was sind die möglichen Risiken der Magenfaltung?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff birgt auch die Magenfaltung gewisse Risiken und das Potenzial für Komplikationen. Diese Risiken können sowohl während als auch nach der Operation auftreten.
Probleme an der Nahtlinie und Leckagen: Da der Magen gefaltet und verengt wird, kann die Nahtlinie lang sein. Manchmal können an diesen Nahtlinien Leckagen auftreten, sodass Magenflüssigkeit in den Bauchraum gelangt und eine schwere Peritonitis (Entzündung des Bauchfells) verursachen kann.
Magenobstruktion und Stenose: Eine zu enge oder unsachgemäße Faltung kann den Magenzufluss und -ausgang verengen und zu einer Obstruktion oder Durchgangsschwierigkeiten führen. In diesem Fall kann der Patient über Erbrechen, Schluckbeschwerden oder ein zu schnelles Sättigungsgefühl klagen.
Magenvergrößerung und Gewichtszunahme: Der Magen ist ein dehnbares Organ. In der postoperativen Phase, wenn Patienten mehr Nahrung zu sich nehmen als notwendig oder zu falschen Essgewohnheiten zurückkehren, kann sich der Magen allmählich erweitern. Dies kann zu einer Wiederzunahme des Gewichts oder dem Versäumnis führen, das Zielgewicht langfristig zu erreichen.
Unzureichender Gewichtsverlust: Einige Patienten berichten, dass sie zwar anfangs einen schnellen Gewichtsverlust erleben, langfristig jedoch nicht den erwarteten Effekt erzielen können. Die Magenfaltung ist ein Verfahren, das möglicherweise nicht so starke Ergebnisse liefert wie die Sleeve-Gastrektomie oder der Bypass; daher kann der Gewichtsverlust unzureichend sein.
Notwendigkeit einer Revisionsoperation: In der postoperativen Phase kann es erforderlich sein, einen erneuten chirurgischen Eingriff durchzuführen – beispielsweise bei unzureichendem Gewichtsverlust, zur Reparatur von Leckagen oder bei Obstruktionen. Diese Folgeeingriffe können herausfordernder sein als der erste.
Wie schneidet die Magenfaltung im Vergleich zu anderen bariatrischen Verfahren ab?
Die Magenfaltung wird oft als ein „weniger invasiver“ oder „weniger dauerhafter“ Eingriff im Vergleich zu Verfahren wie der Sleeve-Gastrektomie und dem Magenbypass bezeichnet. Dies kann jedoch auch zu einer etwas eingeschränkteren Wirksamkeit führen.
Vergleich mit der Sleeve-Gastrektomie: Bei der Sleeve-Gastrektomie wird ein großer Teil des Magens (etwa 80 %) vollständig entfernt, wodurch der Eingriff irreversibel ist. Zudem wird bei der Sleeve-Gastrektomie auch der Magenfundus, der für die Freisetzung des Hormons Ghrelin verantwortlich ist, entfernt, was zu einer stärkeren Appetitzügelung führt. Bei der Magenfaltung bleibt der Magenfundus hingegen erhalten, weshalb die hormonelle Wirkung möglicherweise nicht so ausgeprägt ist. Während jedoch die Risiken im Zusammenhang mit Schnitten und Nahtlinien bei der Sleeve-Gastrektomie höher sind, bringt die Magenfaltung andere Risiken durch die lange Nahtlinie mit sich.
Vergleich mit dem Magenbypass: Der Magenbypass ist ein Verfahren, das sowohl restriktiv wirkt (Verkleinerung des Magens) als auch die Nährstoffaufnahme reduziert (Umgehung eines Teils des Darms). Dadurch sind die Gewichtsverlustraten sehr hoch, allerdings ist auch das Risiko für Vitamin- und Mineralstoffmängel entsprechend erhöht. Die Magenfaltung ist rein restriktiv und das Risiko einer Malabsorption ist wesentlich geringer, da am Darm keine zusätzlichen Eingriffe vorgenommen werden.
Vergleich mit endoskopischen Methoden: In den letzten Jahren haben einige Patienten auch von interventionellen Verfahren wie der endoskopischen Sleeve-Gastroplastik gehört – einem Faltverfahren, das über den Mund mit einem Endoskop durchgeführt wird. Der Unterschied besteht darin, dass die Magenfaltung laparoskopisch durchgeführt wird und einen größeren Bereich sowie dauerhaftere Nähte umfasst, während bei endoskopischen Techniken die Nähte mit einem Endoskop gesetzt werden und der Einsatzbereich relativ begrenzt ist. Welche Methode für Sie am besten geeignet ist, sollte anhand des Ausmaßes Ihrer Adipositas und Ihrer individuellen Gesundheitslage entschieden werden.
Wie verlaufen der Prozess und die Erwartungen nach der Magenfaltung?
Der Erfolg eines chirurgischen Eingriffs wird nicht nur im Operationssaal, sondern auch im postoperativen Verlauf bestimmt. Aus diesem Grund sollten Patienten, die sich einer Magenfaltung unterzogen haben, auf Veränderungen in Ernährung, körperlicher Aktivität und Lebensstil achten.
Ernährungsphasen:
Flüssigkeitsphase: In den ersten Tagen nach der Operation werden die Patienten in der Regel mit klaren Flüssigkeiten und anschließend mit Suppen ernährt. Während sich der Magen an seine neue Form anpasst, sind plötzliche Dehnungsbewegungen oder ein zu früher Übergang zu fester Nahrung nicht wünschenswert.
Pürierte und weiche Nahrung: Üblicherweise wechseln die Patienten nach 2–3 Wochen zu pürierter oder weicher Nahrung. Es ist wichtig, die Nahrung während dieses Prozesses sehr gut zu kauen, um die Nahtlinien der Magenfaltung nicht zu beschädigen und das Verdauungssystem nicht zu überlasten.
Übergang zu fester Nahrung: Feste Nahrung wird etwa 4–6 Wochen nach der Operation eingeführt. In dieser Phase ist es wichtig, übermäßig fetthaltige, scharfe und zuckerhaltige Speisen zu vermeiden. In der Regel wird ein von Ernährungsberater und Chirurg erstellter Ernährungsplan befolgt.
Körperliche Aktivität und Lebensstiländerung:
Übungen wie leichte Spaziergänge und Dehnübungen können einige Wochen nach der Operation begonnen werden. Es wird empfohlen, dass der Patient sich schrittweise eine regelmäßige Bewegungsroutine aneignet, die sich an seiner körperlichen Fitness orientiert.
Ein Ausbleiben des Gewichtsverlusts oder eine Wiederzunahme des Gewichts ist in der Regel mit der Vernachlässigung der postoperativen Ernährungs- und Lebensstilempfehlungen verbunden. Ein rascher Gewichtsverlust in der kurzen Frist mag motivierend sein, aber eine „aktive und gesunde Ernährung“ ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.
Nachsorge und Kontrollen:
In der postoperativen Phase werden regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen durchgeführt – in den ersten Monaten häufig und danach seltener. Dabei werden der Gewichtsverlust, Blutwerte, Vitaminspiegel und weitere Gesundheitsparameter überwacht.
Einige Patienten benötigen möglicherweise zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffpräparate, da die Nahrungsmenge, die der Magen aufnimmt, naturgemäß geringer ist. Andererseits ist es entscheidend, unter Anleitung eines Ernährungsberaters eine ausgewogene Ernährung zu etablieren.
Psychologische Unterstützung und Motivation:
Es ist wichtig, daran zu denken, dass die Magenfaltung lediglich ein physischer Eingriff, ein „Werkzeug“ ist. Die eigentliche Veränderung liegt in der Verbesserung der Einstellung und des Lebensstils des Patienten. Übermäßiges Gewicht belastet nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche. Daher können professionelle psychologische Unterstützung oder Gruppentherapien in der postoperativen Phase die Motivation und Compliance der Patienten erhöhen.
Welche Ergebnisse kann ich nach der Magenfaltung erwarten?
In den ersten Monaten nach der Operation ist ein rascher Gewichtsverlust zu beobachten, ähnlich wie bei aggressiveren Verfahren wie der Sleeve-Gastrektomie oder dem Magenbypass. Insbesondere in den ersten 3–6 Monaten wird ein erheblicher Teil des Übergewichts verloren. Langfristig zeigen Studien jedoch, dass bei einigen Patienten der Gewichtsverlust geringer ausfällt als erwartet oder ein Teil des verlorenen Gewichts wieder zugenommen wird.
Der entscheidende Faktor ist, wie dauerhaft der Patient seine Essgewohnheiten und seinen Lebensstil ändern kann. Der Eingriff mag ein vorübergehendes Gefühl der „Restriktion“ und eine gesteigerte Sättigung vermitteln, aber wenn falsche Essvorlieben, ständiges Naschen und kalorienreiche Getränke beibehalten werden, wird es schwierig, den erwarteten Gewichtsverlust aufrechtzuerhalten.
Die Wirkung der Magenfaltung auf fettleibigkeitsbedingte Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Insulinresistenz und Schlafapnoe ist im Allgemeinen positiv. Mit dem Gewichtsverlust kann die Schwere dieser Erkrankungen abnehmen, manchmal sogar vollständig zurückgehen. Aber auch hier sind eine zielgerichtete Ernährung und regelmäßige Nachsorge entscheidend.
Wie sollte ich die endgültige Entscheidung für eine Magenfaltung treffen?
Abnehmen ist ein körperlich und emotional herausfordernder Weg, besonders für Menschen mit schwerer Adipositas. Ein chirurgischer Eingriff kann als ein Teil dieses Weges betrachtet werden, ist jedoch kein Allheilmittel. Daher ist es wichtig, die folgenden Schritte im Entscheidungsprozess zu berücksichtigen:
Fachliche Evaluation: Lassen Sie sich von einem bariatrischen Chirurgen, Endokrinologen, Ernährungsberater und gegebenenfalls einem Psychologen umfassend untersuchen. Prüfen Sie, ob eine Operation gemäß den Meinungen dieser Experten für Sie geeignet ist.
Recherche und Information: Informieren Sie sich gründlich über Methoden wie Magenfaltung, Sleeve-Gastrektomie und Magenbypass und lernen Sie deren Vor- und Nachteile kennen. Bestimmen Sie die Methode, die am besten zu Ihrem Gesundheitszustand passt, ohne sich von Schlagzeilen wie „am wenigsten invasiv“ oder „schnellster Gewichtsverlust“ leiten zu lassen.
Lebensstiltest: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Können Sie die erforderlichen Ernährungsumstellungen und Bewegungsgewohnheiten nach der Operation wirklich einhalten? Benötigen Sie eventuell Unterstützung, um mit psychologischen Faktoren wie emotionalem Essen umzugehen?
Langfristiges Denken: Die Operation ist nur der Ausgangspunkt. Ein lebenslanger Weg ist notwendig, um Ihr Gewicht zu halten und weitere gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und gesunde Gewohnheiten sind entscheidend – nicht nur bis zum Gewichtsverlust, sondern auch darüber hinaus.